Die erste Frage, die wir uns gestellt haben, war, wo und wie wir eigentlich geeignete Personen für unser Projekt finden? 

In der Synagoge? Sicherlich eine Möglichkeit. Aber betritt man gern einen Ort, wo zum Schutz Tag und Nacht ein Polizeiwagen steht und einem daher ein „mulmiges Gefühl“ überkommt? Hinzu kommt, dass nur wenige Juden zum Beten in die Synagoge gehen – ausgenommen an hohen Feiertagen. Darüber hinaus sprechen viele Gemeindemitglieder überwiegend Russisch.

Vielleicht an Gedenktagen, weil Juden in diesem Zusammenhang „öffentlich sichtbar“ werden und sich zu Veranstaltungen und politischen Diskussionen treffen?

Vielleicht auf dem Friedhof? Obwohl wir bewusst auf einen historischen Aspekt verzichten und uns auf die Gegenwart konzentrieren, sind die jüdischen Friedhöfen die Orte, wo das jüdische Leben hauptsächlich stattfindet. Das mag auf den ersten Blick etwas makaber klingen, aber so fangen wir an: Rav Abraham